Autor Thema: Schach - easy to learn, hard to master  (Gelesen 3642 mal)

Dorian_Gray

  • Gast
Schach - easy to learn, hard to master
« am: Juni 27, 2013, 22:49:09 Nachmittag »
روز بخیر liebe Stutzende!
(Hallo)


Heute darf ich euch eines meiner Lieblingsspiele vorstellen
und freue mich sehr, dass dieses Thema noch nicht vergriffen ist.

Schach ist ein Spiel, welches, so munkeln die Gelehrten, aus dem
fernen Osten stammt und sich weltweit gemütlichster Aufmerksamkeit erfreut.
Tatsächlich sind die ältesten Aufzeichnungen in denen Schach erwähnt
oder aufgemalt ist persischen Ursprungs.

Schach haben die sonst nicht so mundfaulen Europäer nahezu
eins zu eins aus dem persischen annektiert, entschuldigung
adaptiert. In persischer schrift schreibt man Schach so: شاه‎ .



Ein Mythos besagt, dass weiße Königin und schwarzer König eine Affäre hatten
und die rechteckig gefleckte Welt seit jeher in einem Sisyphos artigen Clinch liegt.

Aber kommen wir nun zum Eigentlichen. Schach (König) ist
ein Brettspiel, bei welchem man Zug um Zug... *räusper*
Ich schenk uns mal das Einleitungsgeplänkel und setze
einfach mal voraus, dass der werte Leser bereits weiß
wie die Figuren bewegt werden dürfen.

Was kommt auf euch zu?

Ich werde hier mal einen kleinen Überblick zu den nötigsten
Grundfunktionen von Spielzügen geben, das heißt
es werden ein paar, nicht so geläufige, Regeln erläutert.

Danach gibt es ein paar Tipps welches Handwerk man als erstes
erlernen sollte und schließe mit der ein oder anderen Eröffnung.


Überblick weiterführender Regeln

Rochade
Die Rochade ist ein Zug bei welchem zwei(!) Figuren bewegt werden
dürfen, nämlich Turm und König. Doch damit man in den Genuss
dieses Taschenspielertricks kommen kann, müssen einige Voraussetzungen
rfüllt sein:

1) Weder König noch Turm dürfen zuvor bewegt worden sein.
2) Zwischen König und Turm darf keine weitere Figur stehen.
3) Der König darf nicht durch ein "Schach" hindurch rochieren.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so darf man bei der großen
Rochade den König auf das zweite Feld zu seiner Linken
und den Turm zu seiner Rechten platzieren. macht man Gebrauch
von der kleinen Rochade, so darf der König auf das zweite Feld
zu seiner rechten und der Turm zu seiner linken platziert werden.



Der Vorteil liegt auf der Hand, da der König vom jeweiligen Flügel besser geschützt
und der Turm in eine agressivere Position positioniert werden darf.
Kleiner Tipp von mir: Achtet darauf, dass euch kein ersticktes Matt droht ;)

En passant



Ein Bauer Schlägt immer diagonal. Das Stimmt immer.
Der Bauer nimmt die Position der geschlagenen Figur ein?
Nein, das ist nicht immer notwendig.
Zieht eine Figur über mindestens zwei Felder hinweg an
einem Bauern vorbei, so darf der Bauer seine gewöhnliche
Schlagbewegung ausführen, indem er den Weg der Figur
schneidet. Das darf der besagte Bauer auch nur als Reaktion,
nicht irgendwann später im Spiel.  Es bleibt dabei, dass
der Bauer nur ein Feld diagonal gehen darf.

Gutes Handwerk

Fesselung


Schwarz darf Läufer nicht bewegen, da sonst der weiße Turm dem König Schach gibt.

Ohh, die Fesselung. Ich liebeFesselspielchen wie kaum was Anderes.
Ein mächtiges Werkzeug, welches zu den taktischen Feinheiten gezählt werden darf.
Davon gibt es gleich zwei Arten. Die echte und unechte Fesselung.
Die echte Fesselung geschieht durch Dame, Turm und Läufer.
Wenn zwischen besagten Figuren und dem König genau eine Figur steht,
darf diese nicht weiter bewegt werden, da man sich selbst sozusagen
Schach setzt. Damit ist die Figur des Gegners an Ort und Stelle gefesselt.
Bei einer unechten Fesselung ist es nicht der König der potentiel
bedroht ist, sondern eine andere Figur. (dabei gewinnt man so oder so eine Figur)

Abzugsschach


Weiß bewegt Läufer setzt abermit Turm Schach.

Von einem Abzugsschach reden wir dann, wenn wir eine Figur bewegen (abziehen)
damit allerdings gleichzeitg mit einer anderen Figur Schach geben.
Beispiel:

Du bist am Zug. Zwischen deinem Turm und dem gegnerischen König steht
dein, sagen wir, Springer. Du ziehst den Springer weg und dein Turm bedroht
plötzlich den König. Das ist ein Abzugsschach.

Der Spieß


Schwarz bewegt König und weiße Königin schlägt schwarze Königin.

Wenn deine Figur den gegnerischen König dazu zwingt sich fortzubewegen
und dieser dann den weg zu einer anderen Figur freigibt, dann sprechen wir von
einem Spieß.




So das wars auch schon von meiner Seite aus, wenn Interesse besteht,
würde ich die ein oder andere Eröffnung vorstellen, ansonsten haben wir
doch erst mal einen Überblick.

Ich persönlich Spiele agressiv und meine Lieblingseröffnung ist das Damengambit.

Wie ist euer Schach?

Euer Dorian_Gray
« Letzte Änderung: Juni 27, 2013, 23:32:29 Nachmittag von Dorian_Gray »

Chewie

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Antw:Schach - easy to learn, hard to master
« Antwort #1 am: Juni 27, 2013, 23:04:38 Nachmittag »
Genial  [gut]

Ich habe es leider "nur" bis zum Turmdiplom im Schachclub geschafft - etwa auf der Hälfte zum Königsdiplom ging mir die Lust aus als damals 12jähriger ... also echt lange her  [gruebel]

Aber wenn ich mich nicht irre, haben wir mit Opacor auch einen sehr passionierten und guten Schachspieler am Start ...

Sven
Our God is greater, Our God is stronger,
God, You are higher than any other!
Our God is healer, Awesome in power,
Our God, our God!

"Our God is healer!" ist meine Lieblingszeile aus dem Lied. ;-)

(Chris Tomlin: Our God)

Taurelin

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Antw:Schach - easy to learn, hard to master
« Antwort #2 am: Juni 27, 2013, 23:15:04 Nachmittag »
Schönes Thema!


En passant
Zieht eine Figur über mindestens ein Felder hinweg an
einem Bauern vorbei, so darf der Bauer seine gewöhnliche
Schlagbewegung ausführen, indem er den Weg der Figur
schneidet. Es bleibt dabei, dass der Bauer nur ein Feld diagonal
gehen darf.

Das ist, so glaube ich zu wissen, zu allgemein formuliert.

"Zieht eine Figur"  -> das betrifft nur einen gegnerischen Bauern, nicht z.B. einen Turm.
"über mindestens ein Felder hinweg" -> es müsste heißen: mehr als ein Feld. Im Falle eines Bauern sind es also exakt 2 Felder.
"so darf der Bauer seine gewöhnliche Schlagbewegung ausführen" -> man beachte, dass das nur als unmitelbare Reaktion auf den entsprechenden gegnerischen Zug möglich ist, nicht zu einem späteren Zeitpunkt im Spiel.

So steht es auch in den offiziellen Regeln geschrieben.

Abzugsschach
Weiß bewegt Springer setzt abermit Turm Schach.

Hier meinst du den Läufer, nicht den Springer.

Wie ist euer Schach?

Mäßig. Ich habe Schach von meinem Vater gelernt, war aber niemals irgendwie vereinsmäßig oder kompetititv tätig. Den einen oder anderen Kniff könnte ich auch noch beitragen, z.B.
- die Springergabel (ein Springer bietet Schach und greift gleichzeitig eine zusätzliche wichtige gegnerische Figur an)
- das Desperado-Opfer (eine Figur ist auf jeden Fall verloren, richtet aber beim Ableben noch den größtmöglichen Schaden an).

Ansonsten versuche ich in der Regel so schnell wie möglich ins Endspiel zu kommen, denn je weniger Figuren noch da sind, umso übersichtlicher wird das Feld und umso weniger Fehler kann ich machen.

Ein echtes Defizit bei mir ist, dass ich so gut wie keine Kenntnis der verschiedenen Eröffnungen habe. Ich würde nicht erkennen, ob mein Gegner sizilianisch spielt oder mir ein Damengambit oder was weiß ich aufzwingt. Ich spiele daher in der Eröffnungsphase auch manchmal Züge, die ein echter Schachspieler unter "Schund" abspeichern würde. Das ganze aber getreu dem Motto: "Je schlechter eine Eröffnung ist, umso kleiner die Wahrscheinlichkeit, dass der Gegner sie kennt".  ;D
« Letzte Änderung: Juni 27, 2013, 23:16:53 Nachmittag von Taurelin »
"My sky is darker than thine!"
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Dorian_Gray

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Antw:Schach - easy to learn, hard to master
« Antwort #3 am: Juni 27, 2013, 23:30:21 Nachmittag »

Autsch. Gut, dass dir die Fehler aufgefallen sind. Werde ich mal gleich verbessern.

Zitat von:  Taurelin
Mäßig. Ich habe Schach von meinem Vater gelernt, war aber niemals irgendwie vereinsmäßig oder kompetititv tätig. Den einen oder anderen Kniff könnte ich auch noch beitragen, z.B.
- die Springergabel (ein Springer bietet Schach und greift gleichzeitig eine zusätzliche wichtige gegnerische Figur an)
- das Desperado-Opfer (eine Figur ist auf jeden Fall verloren, richtet aber beim Ableben noch den größtmöglichen Schaden an).

Bei der Springergabel gerne mal den König. Und ist noch eine Dame involviert, nennt man das Familienschach :D

Zitat von:  Taurelin
Ein echtes Defizit bei mir ist, dass ich so gut wie keine Kenntnis der verschiedenen Eröffnungen habe. Ich würde nicht erkennen, ob mein Gegner sizilianisch spielt oder mir ein Damengambit oder was weiß ich aufzwingt. Ich spiele daher in der Eröffnungsphase auch manchmal Züge, die ein echter Schachspieler unter "Schund" abspeichern würde. Das ganze aber getreu dem Motto: "Je schlechter eine Eröffnung ist, umso kleiner die Wahrscheinlichkeit, dass der Gegner sie kennt".  :D

Meistens ist es ein Vergnügen sich anzusehen wie die Vereinsspieler ihre Stirn in Falten legen,
wenn man ganz abstruse Variationen spielt. Ist in der Tat auch mal von Vorteil, mal von der
Norm abzuweichen. Nur die Erfahreneren nehmens gelassen.
« Letzte Änderung: Juni 27, 2013, 23:41:22 Nachmittag von Dorian_Gray »

Taurelin

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Antw:Schach - easy to learn, hard to master
« Antwort #4 am: Juni 27, 2013, 23:54:52 Nachmittag »
Ich habe eine Vision ... ich sehe ... (Zitat aus welchem Film? Na?)

Beim nächsten Bluebox-Treffen mal ne Partie spielen? Ohne SB?
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Dorian_Gray

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Antw:Schach - easy to learn, hard to master
« Antwort #5 am: Juni 28, 2013, 00:22:02 Vormittag »

Zitat von: Taurelin
Beim nächsten Bluebox-Treffen mal ne Partie spielen? Ohne SB?
Abgemacht, aber das wäre dann der Termin nach dem 5 Juli, isn´t it?

Bei dem Zitat muss ich passen, aber das klingt doch nach einem schönen Forumsspiel
so wie, wenn ich mich recht entsinne, auf Zwergenschnaps.de gespielt wurde.

Wie lautet die Lösung?

Taurelin

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Antw:Schach - easy to learn, hard to master
« Antwort #6 am: Juni 28, 2013, 00:37:46 Vormittag »
Pulp Fiction. Mr Wolf zu Jules und Vincent, nachdem sie das (sch***) Auto sauber gemacht haben.

Also gebongt, beim nächsten Spieleabend ne Partie Schach. Feine Sache.
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Gandhi

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Antw:Schach - easy to learn, hard to master
« Antwort #7 am: Juni 28, 2013, 06:58:31 Vormittag »
Ich hab die Regeln auch von meinem Vater gelernt und spiele momentan gelegentlich mit einem Arbeitskollegen in der Pause.

Die schönen Bezeichnungen für Eröffnungen und Züge sind mir relativ egal, weshalb auch ausser der Rochade nicht viel davon hängen geblieben ist.
Es kursiert das Gerücht, ich hätte Gott gefunden. Ich denke, das ist unwahrscheinlich, weil ich genug Schwierigkeiten habe, meine Schlüssel zu finden; und es gibt empirische Beweise, dass diese existieren."  - Terry Pratchett

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Flynn

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Antw:Schach - easy to learn, hard to master
« Antwort #8 am: Juni 28, 2013, 08:00:43 Vormittag »
Hi

http://www.schacharena.de/

Hier kann man Kostenfrei üben :)
Mein Problem liegt darin, meinen aufwendigen Lebensstil mit meinem Nettoeinkommen in Einklang zu bringen...
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eig. Errol Leslie Thomson Flynn
amerikan. Schauspieler
1909 - 1959

Andre

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Antw:Schach - easy to learn, hard to master
« Antwort #9 am: Juli 16, 2013, 20:38:46 Nachmittag »
Wer bringt Freitag den das Schachspiel mit?
Meins ist aus Marmor daher nicht transportabel.

Wenn der Zoll mitspielt könnte ich noch Shogi "japanisches Schach" mitbringen.